Stadtwerke Osnabrück sanieren Kanalisation nach besonderen Kriterien

Nach einer Untersuchung der „Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall“ (DWA) in Hennef sind in Deutschland rund 17 Prozent der öffentlichen Kanäle sanierungsbedürftig. Häufigste Ursache hierfür ist das hohe Alter des Kanalnetzes, denn nur etwa rund ein Drittel der Kanäle wurde in den letzten 25 Jahren gebaut. Die häufigsten Schadensbilder stellen schadhafte Anschlüsse aufgrund der damals fehlenden Anbohrgeräte und Risse in den Rohrsystemen durch die starke Zunahme insbesondere des LKW-Verkehrs dar. Ein exakt hundert Jahre altes Kanalsystem wurde nun in der 450 Meter langen Kornstraße in Osnabrück erneuert. Damit dieses die geforderte Lebensdauer von weiteren 50 bis 100 Jahren erreicht, kamen hierbei Bauteile zum Einsatz, die besondere Qualitätsanforderungen erfüllen.

Nicht nur das Alter, sondern auch die starken Regenereignisse der letzten Jahre veranlassten die Stadtwerke Osnabrück zum Handeln. Daniela Fiege – Bauleiterin in der Abteilung Entwässerungsnetze/-anlagen der Stadtwerke Osnabrück – erklärt die Gründe: „Die Sanierung des Trennsystems in der Kornstraße war notwendig, da die Kanäle bereits Schäden wie Risse und Undichtigkeiten aufwiesen. Eine ordentliche Entwässerung konnte so auf Dauer nicht mehr sichergestellt werden. Zudem bestand die Gefahr von schädlichen Verunreinigungen des Grundwassers.“

Vergrößerung des Regenwasserkanals auf 1,20 Meter

Deshalb wurde bereits im letzten Jahr damit begonnen, einen neuen Regenwasserkanal aus Beton zu verlegen. Aus hydraulischen Gründen wurde der Querschnitt des Kanals von 1,00 Meter auf 1,20 Meter vergrößert. „Damit verfügt der Regenwasserkanal nun über eine ausreichende Kapazität, um auch größeren Regenereignissen standzuhalten“, so Daniela Fiege.

Rechteckprofil ermöglicht Kreuzung mit Gashochdruckleitung

Parallel zu den Kanalarbeiten wurden auch die Anschlussleitungen zu den Häusern erneuert, da auch diese verschiedene Schäden aufwiesen. Eine besondere Herausforderung stellte hierbei die vorhandene Gashochdruckleitung mit einem Durchmesser von zwanzig Zentimetern dar. Daniela Fiege erklärt: „Nicht nur die neu zu verlegenden Anschlussleitungen müssen die Gashochdruckleitung queren, sondern auch der Regenwasserkanal. Dieser wurde im Bereich der Hochdruckleitung nicht aus kreisrunden Betonrohren verlegt, sondern aus einem Rechteckprofil, um die Kreuzung zu ermöglichen“, so die Bauleiterin.

Besonderes Schachtbauwerk wiegt 24 Tonnen

Für die Anbindung der neu zu verlegenden Kanäle in der Kornstraße mit der vorhandenen Kanalisation in der Bramscher Straße lieferte die Firma Betonbauteile Kleihues aus Emsbüren ein ganz besonderes Schachtbauwerk aus Beton. „Mit einem Gewicht von 24 Tonnen und einem Gardemaß von 2,50 Metern Höhe und gut 3,00 Metern Länge und Breite ist dieses Bauwerk nicht alltäglich für Osnabrück“, betont Stadtwerke-Bauleiterin Daniela Fiege. Die Besonderheit dieses Bauwerks und aller weiteren verbauten Betonrahmen findet sich aber auch noch an anderer Stelle: Die neuen Bauteile entsprechen den FBS-Qualitätsrichtlinien und erfüllen damit den hohen Qualitätsanspruch der Fachvereinigung Betonrohre und Stahlbetonrohre. Dieser beinhaltet eine umfassende werkseigene Produktionskontrolle, die eine lückenlose Qualitätsüberwachung von den Ausgangsstoffen über die Herstellung bis zu den Endprodukten sicherstellt. Daniela Fiege ergänzt: „Aber vor allem die halbjährliche Fremdüberwachung der FBS-Rohre durch bauaufsichtlich anerkannte Güteschutzgemeinschaften oder Prüfinstitute gibt uns Planern die Sicherheit, dass wir hier eine geprüfte Qualität einbauen.“ Die Qualität der Rahmen, die das FBS-Qualitätszeichen tragen, liegt weit über der Norm und sorgt damit für eine besonders lange Nutzungsdauer. Verantwortlich hierfür sind vor allem die guten Eigenschaften der FBS-Bauteile in Punkto Dichtheit der Rahmen- und der Rohrverbindungen, der Tragfähigkeit, der Hydraulik und der Korrosionsbeständigkeit.